Journalist und Schriftsteller Uwe Schimunek aus Leipzig mit Tipps  rund ums Kreative Schreiben

 

Wann hast du deinen ersten Text veröffentlicht?

 

Das war ein Artikel für ein Stadtmagazin im Jahr 1991. Und zwar eine Plattenkritik zu „Kirsche und Co“. Das weiß ich noch, weil es dafür das erste Mal Honorar gab.

 

Wie ging es weiter?

 

Ich habe für Zeitungen geschrieben und beim Radio und in einer Internetredaktion gearbeitet, seit 1999 als Sportjournalist. Da habe ich angefangen zum Zeitvertreib ganz unsportliche Sachen zu schreiben: böse Kurzgeschichten und Science-Fiction-Storys.

 

Dann hast du die ersten Geschichten geschrieben und, lass uns raten, nie abgeschickt?

 

Doch, abgeschickt schon. Zu Literaturwettbewerben. Aber sie wurden immer abgelehnt.

 

Was ist dann passiert?

 

Dann hat plötzlich ein Literaturmagazin, ein Science-Fiction-Fanzine, eine Story angenommen.

 

Der Durchbruch. Und dann?

 

Habe ich Wochenendseminare besucht, sechs- oder sieben Mal, spezielle Schreibseminare. Und ich kann nur jedem raten, das auch zu tun. Man lernt extrem viel. Außerdem baut man automatisch ein Netzwerk auf. Man lernt Leute kennen, die einen anderen Status in der öffentlichen Wahrnehmung haben oder diesen später bekommen. Zum Beispiel habe ich als Dozenten Klaus Frick oder Horst Eckert getroffen, sehr interessante Autoren, und nette Menschen. Mit einigen Mitstreitern bin ich in andauerndem Kontakt. Da werde ich auch mal zu einer Anthologie eingeladen ...

 

Was gibt es noch zu beachten?

 

Ich lese alle mögliche Schreibratgeber und versuche so viele Regeln wie möglich zu kennen. Manchmal auch, um sie zu brechen.

 

Du hast mittlerweile sechs historische Romane draußen. Wie lange brauchst du für ein Buch?

 

Zwischen sechs Monaten und einem Jahr.

 

Kannst du heute vom Schreiben leben?

 

Nein. Von den Romanen kann ich nicht leben. Und solange damit nicht genug Geld hereinkommt, mache ich noch andere Sachen.

 

Hast du spezielle Schreibgewohnheiten?

 

Ich sitze am Laptop, habe aber keinen festen Schreibplatz. Allerdings höre ich gerne zum Schreiben Musik: Wenn sich meine Charaktere kloppen, gerne Punkrock. Wenn sie sich küssen, Kuschelrock.

 

Kannst du das gut mit der Familie vereinbaren?

 

Eigentlich schon. Manchmal fahre ich auch auf Schreibwochenenden, wo ich dann konsequent von neun Uhr am Morgens bis elf Uhr in der Nacht schreibe.

 

Hast du einen Tipp gegen Schreibblockaden?

 

Trotzdem schreiben!

 

Und noch einen …?

 

Nicht am Ende einer Szene aufhören, sondern die nächste schon beginnen. So ist man am nächsten Tag schneller wieder im Schreibfluss.

 

Vielen Dank und Salut!

 

Foto: Kerstin Klare